Pädagogisches Konzept der Netz-für-Kinder-Gruppe

1. Allgemein

Der gemeinnützige Verein Regenbogenkinder e.V. betreibt als Träger seit 1995 das Kinderhaus „Regenbogenkinder“ in Kissing. Seit Sommer 2006 befindet sich die Kindertagesstätte, zu der eine Netz-für-Kinder-Gruppe und eine Kinderkrippe gehören, in der Asternstr. 11 a in Kissing.

Die Netz-für-Kinder-Gruppe existiert seit 1995 und arbeitet nach dem Netz-für-Kinder-Konzept, das seit 1993 in Bayern gefördert wird.
Das bedeutet insbesondere:

  • Kinderbetreuung in kleine Gruppen mit 12-15 Kindern
  • Altersmischung von 2 bis 12 Jahren
  • Elternmitarbeit in der Betreuung und Organisation (gegen Aufwandsentschädigung)

Das Netz-für-Kinder-Betreuungsangebot trägt veränderten Familien- und Kindheitswirklichkeiten Rechnung. Die Vielfalt familiärer Lebensformen erfordert ein entsprechend differenziertes Betreuungsangebot.

Die Altersmischung ermöglicht soziales Lernen zwischen Kindern unterschiedlichen Alters.

Kinder können über einen längeren Lebensabschnitt in einer Einrichtung verbleiben und gemeinsam mit Geschwisterkindern betreut werden. Eltern arbeiten Hand in Hand mit einer pädagogischen Fachkraft, sie können sich vielfältig in den Tagesablauf einbringen und mitgestalten.. Durch die Mitarbeit sollen Eltern auch in ihrer Erziehungskompetenz und -verantwortung gestärkt werden.

Im Wechsel arbeiten zwei Erzieherinnen mit einer Vorpraktikantin und mindestens einem Elterndienst.

2. Pädagogische Arbeit

Unsere Gruppenarbeit orientiert sich am Situationsansatz. Das heißt Planung, Inhalte und Arbeitsmethoden wachsen, verändern und entwickeln sich flexibel nach der Situation der Gruppe. Ziele und Angebote richten sich nach den Bedürfnissen der Kinder und werden von der aktuellen Situation abgeleitet bzw. darauf bezogen.

Wir arbeiten nach dem Grundsatz: Die Kinder in ihrer Individualität annehmen und sie in Ihrer Entwicklung ermutigen.

Das Kind wird ermutigt positiv zu denken, Verantwortung wird in kindgerechter Art übertragen und dadurch wird das Kind unterstützt seine eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen. Die Erzieher ermutigen das Kind in seiner Entwicklung, in dem sie vorschnelle Hilfestellung vermeiden, dem Kind konstruktives Feedback geben und ein angemessenes Verhalten des Kindes positiv verstärken.

Am Jahresanfang wird im Team ein Jahresrahmenplan konzipiert, der in 2-Monats-Rahmenplänen aufgegliedert wird. Der Entwicklungsstand der Kinder wird bei der Ausarbeitung der Rahmenpläne berücksichtigt. Zum Jahresthema werden zusätzlich Jahreszeiten und Feste berücksichtigt. Die Angebote fördern die Fähigkeiten und Fertigkeiten des Kindes, Experimente sollen Naturzusammenhänge erklären und Neugierde für Unbekanntes wecken.

3. Pädagogische Schwerpunkte

Die Schwerpunkte unserer pädagogischen Arbeit bündeln sich in der ganzheitlichen Erziehung der zu betreuenden Kinder. Es wird der Altersstufe entsprechend gearbeitet, eine Differenzierung findet statt.

a. Sozialerziehung

Das Kind wird dort „abgeholt“, wo es steht. Es wird in seiner Individualität angenommen, wird als Person akzeptiert und erlebt sein eigenes „Ich“ als Teil des Ganzen. Dadurch wächst das Selbstvertrauen des Kindes und es lernt zu führen, aber auch sich unterzuordnen.

Regeln und Normen geben dem Kind Stabilität und helfen ihm sich besser in der Gruppe zurecht zu finden.

Durch das wachsende Selbstvertrauen erlernt das Kind eine steigende Frustrationstoleranz und lernt Rücksichtnahme auf eigene, aber auch auf fremde Bedürfnisse.

Gesprächsregeln wie zuhören, ausreden lassen, sich positiv mitteilen, werden von den Erziehern und Elterndiensten vorgelebt und auf die Kindergruppe übertragen.

Rollenspiele werden initiiert, durch sie können die Kinder verschiedene Verhaltensstrategien ausprobieren und lernen dabei aktives Sozialverhalten.

b. Kognitive Erziehung

Im täglichen Stuhlkreis werden, dem Rahmenplan entsprechend, Fingerspiele gespielt, Lieder gesungen und Bilderbücher vorgelesen, Die Kinder werden zum Reden angeregt. Einmal wöchentlich wird Englisch im Morgenkreis kindgerecht aufbereitet.

Erlernte lebenspraktische Übungen werden durch gezielte Ausflüge praxisnah erlebt.

Schulkinder werden zur selbständigen Erledigung ihrer Hausaufgaben angeleitet. Die Vermittlung von Lerntechniken, das Strukturieren und die sinnvolle Einteilung der Hausaufgaben, sowie die eigenverantwortliche Verwendung von Lernhilfen ( z. B. Lexika) sind die angestrebten Ziele.

c. Kreativitätserziehung

Mit Hilfe unterschiedlich gestalterischer Ausdrucksformen entwickelt das Kind Fertigkeiten und Fähigkeiten, z. B. Auge-Hand-Koordination, die für die Schule wichtig sind.

Unterschiedliche Gestaltungstechniken regen die Kinder an, ihre Phantasie zu entwickeln und auszuleben. So sind Kneten, Kleben, Schneiden, Malen oder Reißen, Techniken, die jüngere Kinder ansprechen. Beim Filzen oder der Holz- und Specksteinbearbeitung sind motorische Fertigkeiten gefragt, die Schulkindern entsprechen.

In der musischen Erziehung ist die Erziehung zur Musikalität ein weiterer wichtiger Baustein. Zu den täglichen Angeboten zählt das gemeinsame Singen und Musizieren mit einfachen Instrumenten, Fingerspiele, sowie Kreis- und Singspiele.

d. Umwelterziehung

Die Umwelterziehung ist ein weiterer Schwerpunkt unserer pädagogischen Arbeit. Bei den kleineren Kindern sind Waldtage, fester Bestandteil des Rahmenplans. Im Wochenplan ist ein Tag in der Woche für Naturbegegnungen eingeplant. Die Kindern sollen durch diese Umwelterfahrungen Wissen über die Natur erfahren, aber auch Werte vermittelt bekommen, sowie mit ihrer näheren Umgebung vertraut werden.

Experimente, die Naturzusammenhänge verdeutlichen, werden den Kindern als Teil der Rahmenpläne altersgerecht aufbereitet.

e. Bewegungs- und Gesundheitserziehung

In der Kindertagesstätte der Regenbogenkinder stehen den Kindern verschiedene Räumlichkeiten zur Verfügung, um den natürlichen Bewegungsdrang auszuleben.

Im Spielzimmer ist eine Bewegungslandschaft installiert, die den Kindern Raum gibt, verschiedene Ebenen, Schrägen und Dimensionen zu erfahren.

Weiter bietet der Garten und die darin befindlichen Spielgeräte ausreichend Platz und Bewegungsmöglichkeiten. Rhythmik, Laufspiele oder Turnen werden ebenfalls regelmäßig angeboten.

Die Schulkinder können sich in einem altersgerechten, eigenen Raum zurückziehen, dort entspannen, Musik hören, lesen oder auch in Ruhe spielen.

Teil des Wochenplanes ist das gesunde Frühstück. Die Kinder sollen unterscheiden, was gesund bzw. ungesund ist, und sollen einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln erlernen.

Jeden Tag wird das Mittagessen von unserer Köchin frisch zubereitet. Rohkost ist ein täglicher Bestandteil dieser Mahlzeit. Das Mittagessen ist für alle Kinder obligatorisch.

4. Zusammenarbeit mit den Eltern

Durch die Mitarbeit bei den Elterndiensten ist in der Kindertagesstätte eine familiäre Atmosphäre zwischen Kindern, Erziehern und Eltern.

Neben Tür- und Angelgesprächen gibt es eine Vielzahl von anderen Kommunikationsmöglichkeiten zwischen Eltern und Erziehern. So werden regelmäßige Elternabende durchgeführt, diese können themenbezogen oder allgemeine, aktuelle Schwerpunkte haben.

Etwa halbjährlich finden Elterngespräche statt. In diesen wird auf die aktuelle Situation des Kindes eingegangen und Erziehungsziele überdacht, reflektiert und gegebenenfalls aktualisiert.

Einmal jährlich wird eine Elternbefragung durchgeführt. Diese dient der Qualitätssicherung und ist Feedback für die Erzieherinnen und den Vorstand.

5. Tagesablauf

...in der Krippe
Uhrzeit Beschreibung
07:00 - 08:45 Bringzeit - die Zeit, anzukommen...
09:00 Fingerspiel, Lied...
gemeinsames Frühstück (in der Krippe zubereitet)
10:00 - 11:00 Freispiel - Angebotszeit
Malen, Musik, Toben/Tanzen, Garten/Spaziergänge, Kreisspiele
11:30 Fingerspiel, Lied...
Mittagessen (in der Krippe frisch gekocht)
12:00 Nach dem Schlafen Zeit zum Kuscheln,
Bücher anschauen, Spielen, evtl. Garten
16:00 Ende des Krippentages
...im Kindergarten
Uhrzeit Beschreibung
07:45- 09:00 Brotzeit und Freispiel
09:00 - 09:30 Morgenkreis
09:30 - 10:00 Brotzeit, danach Zähneputzen
10:15 - 11:30 Beschäftigungen, Aktionen, Freispiel
11:30 - 11:45 Händewaschen, gemeinsames Fingerspiel am Mittagstisch
11:45 - 12:15 gemeinsames Mittagessen
12:30 - 14:00 Spielen im Gruppenraum oder Hausaufgabenzimmer
14:00 - 16:30 Gartenaktionen
...im Hort
Uhrzeit Beschreibung
11:30 Beginn der Hortzeit
12:45 Erstes gemeinsames Mittagessen für Schulkinder (Schulende 11:20 - 12:10)
13:30 Zweites gemeinsames Mittagessen für Schulkinder (Schulende 13:00)
bis 14:00 Mittagspause
14:00 - 15:30 Hausaufgabenzeit mit Begleitung und Betreuung durch Erzieher und Elterndienst
bis 16:30 Angebote und Freispiel

Das Ende des Hortnachmittags gestalten die Kinder nach eigenen Interesse. Es finden Angebote der Erzieher statt. Kinder können diese annehmen, mitgestalten und frei entscheiden.
Oft finden auch übergreifende Beschäftigungen mit Kindergartenkindern in der Freizeit statt.

Am Freitag werden im Hort keine Hausaufgaben erledigt. Hier bleibt Zeit für gemeinsame Aktionen, wie Geburtstagsfeiern, Ausflüge, Kinobesuche, Büchereibesuche.

Während der Schulferien ist der Hort bis 14.00 Uhr geöffnet. Der Tagesablauf wird gemeinsam mit den Kindergartenkindern gestaltet.

 

 Pädagogisches Konzept der Kinderkrippe  

 

1. Allgemeines 

Der gemeinnützige Verein Regenbogenkinder e.V. betreibt als Träger seit 1995 das Kinderhaus „Regenbogenkinder“ in Kissing. Seit Sommer 206 befindet sich die Kindertagesstätte, zu der eine Netz-für-Kinder-Gruppe und eine Kinderkrippe gehören, in der Asternstr. 11 a in Kissing.  Eine vertrauensvolle und liebevolle Beziehung zwischen Kindern und Bezugespersonen soll die Basis unseres Gruppenlebens sein.  

 

 

2. Unser Bild vom Kind 

Wir verstehen das Kind als aktives Wesen, das von Geburt an seine eigene Entwicklung mitbestimmt. Entwicklung ist das Ergebnis von Neugier, spontaner Tätigkeit, Lernfreude, Selbstorganisation und Selbstgestaltung. Diesen Prozess haben wir Erwachsene zu unterstützen und zu begleiten.  Somit verstehen wir uns als Begleiter der individuellen kindlichen Entwicklung und legen unser Augenmerk auf die persönlichen Stärken der uns anvertrauten Kinder. Wir wollen die Interessen und Bedürfnisse der Kinder erkennen und beantworten, sie herausfordern und ihnen neue Lernerfahrungen ermöglichen.   

 

3. Unsere pädagogische Orientierung   

Die Bindungstheorie zeigt die Notwendigkeit stabiler konstanter Beziehungen gerade im Kleinkindalter. Unser Eingewöhnungskonzept, aber auch unser Anspruch an eine stabile Personalsituation und an das Selbstverständnis unserer Pädagoginnen berücksichtigt im besonderen die Bedeutung von Verlässlichkeit und Sicherheit für unsere Krippenkinder.

 

 4. Lebensraum Kinderkrippe  

a) Raumgestaltung 

Unser Alltag findet im gemütlichen Gruppenraum, im geräumigen Flur (unserer Rennstrecke), im Essbereich und im Traumzimmer statt. Unser Traumzimmer ermöglicht durch seine Gestaltung mit verschiedenen Bodenbelägen auf vier Ebenen vielfältige Bewegungsanreize, die durch Treppenwelle, Sprossenleiter, Kastanienbad und Ausguck auf der höchsten Ebene einen hohen Aufforderungscharakter haben. So kommen wir dem Bedürfnis der Kinder, ihre Umgebung zu erforschen, ihre Körperkräfte zu üben, ihre Geschicklichkeit zu entwickeln, also die Welt über ihren Körper und ihre Sinne zu erfahren, entgegen.   

b) Altersmischung 

Wir betreuen Kinder zwischen 6 Monaten und 3 Jahren. Durch unser Konzept als Kinderhaus begegnen unsere Kinder auch Kindergarten- und Schulkindern im Alltag und selbstverständlich bei gemeinsamen Aktionen, Festen etc.   

 c) Schlaf, Hygiene, Sauberkeitserziehung 

Wir berücksichtigen die individuellen Schlafgewohnheiten- und bedürfnisse der Kinder. Unser Schlafraum ermöglicht sowohl das Schlafen in Einzelbetten als auch gemeinsame Matratzenlager. Wir wickeln die Kinder nach Notwendigkeit, in jedem Fall vor der Mittagsruhe. Ihre Sauberkeitsentwicklung unterstützen wir, indem wir die individuelle Entwicklung des einzelnen Kindes beachten und ihm die notwendige Zeit geben, seine Körperfunktionen selbst wahrzunehmen und darauf zu reagieren.   

d) Essenssituation 

Sowohl das gemeinsame Frühstück als auch das Mittagessen wird an kleinen Tischen zu maximal 5 Kindern eingenommen. Unser Koch kocht täglich abwechslungsreich und frisch. Wir legen Wert auf eine angenehme Atmosphäre und unterstützen die Kinder zu größtmöglicher Selbstständigkeit und Freude beim Essen. Tee und Mineralwasser werden wie die Mahlzeiten von uns gestellt.   

 

5. Gestaltung des Übergangs von der Familie zur Kinderkrippe 

Die Eltern bekommen bei einem Erstgespräch schriftlich unser Eingewöhnungskonzept ausgehändigt und erklären sich bei Abschluss des Betreuungsvertrages mit unserem Vorgehen einverstanden. Die Eingewöhnung wird bei uns individuell nach den Bedürfnissen des Kindes gestaltet und kann zwischen 4 und 6 Wochen dauern. Uns ist es wichtig, dem Kind und seinen Eltern ein gutes Ankommen bei uns in der Krippe zu ermöglichen. Während der Eingewöhnung wollen wir die Entwicklung des Kindes wahrnehmen und nach seinen Bedürfnissen den Übergang vom Elternhaus in die Krippe gestalten.In einem ersten Schritt wird der Aufbau der Beziehung zwischen Kind und Erzieherin, aber auch zwischen Mutter und Erzieherin initiiert. Der zweite Schritt ist die Integration des Kindes in die Kindergruppe. Die allmähliche, behutsame Ausweitung der Verweildauer in der Gruppe bis zur Ganztagsbetreuung mit Mittagsschlaf schafft die notwendige Sicherheit und Stabilität der Bindungen auch für Krisen- und Krankheitszeiten.  

 

6. Zusammenarbeit mit den Eltern 

Nach einem Erstgespräch und dem intensiven Kontakt in der ersten Eingewöhnungs-stunde sind ein Interview über Gewohnheiten und Besonderheiten des Kindes und seiner Familie ein wichtiger Bestandteil unserer Elternarbeit. Der Informationsaus-tausch über das Kind während der Übergabe bzw. bei den wichtigen Tür- und Angel- gesprächen und Elternabende können Erwartungen und Erziehungsvorstellungen beider Seiten klären. Selbstverständlich sind für uns das Angebot von Elterngesprächen nach Bedarf sowie jährliche Entwicklungsgespräche.  

 

7. Qualitätssicherung 

Einmal im Jahr wird eine anonyme Befragung der Eltern bezüglich der Zufriedenheit aber auch Wünschen und Anregungen durchgeführt.

Hier finden Sie uns

Regenbogenkinder Kissing e.V. 
Asternstr. 11A
86438 Kissing

Kontakt

Rufen Sie einfach an unter

 

KiGa / Hort +49 8233 60793

Krippe        +49 8233 2599140
 

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Unsere Öffnungszeiten

KiGa / Hort
Mo - Fr 7:30 - 16:30 Uhr 

Krippe
Mo - Do: 7:00 - 16:30 Uhr
Fr: 7:00 - 15:30 Uhr